chronisch krank

DAK-Studie besitzt repräsentativen Charakter

Laut dem „Kinder- und Jugendreport 2018“, den die renommierten Gesundheitsökonomen Professor Greiner und Julian Witte im Auftrag der Krankenkasse DAK erstellt haben, sind statistisch bundesweit 25% aller Minderjährigen chronisch krank. Greiner und Witte von der Universität Bielefeld werteten die Daten aller bei der „DAK“ versicherten 588.000 Kinder und Jugendlichen aus dem Kalenderjahr 2016 aus.

Zusätzlich verknüpften die Gesundheitsexperten die Informationen mit den Versicherungsdaten ihrer insgesamt 426.000 Eltern. Die wissenschaftlich fundierte DAK-Studie ist die erste vollumfängliche Datenerhebung bei einer Gesundheitskrankenkasse. Sie besitzt demnach einen objektiv repräsentativen Charakter. Der Report liefert wertvolle Ergebnisse, um die Präventionsarbeit bestimmter Krankheiten zielgerichtet voranzutreiben. Außerdem soll er besser über die verhältnismäßig häufig in Erscheinung tretende Krankheitsbilder bei Minderjährigen sowie das damit verknüpfte Risikopotential aufklären.

Atemwegserkrankungen lösen bei Minderjährigen am häufigsten den Bedarf nach einer medizinischen Behandlung aus

Gemäß der DAK-Studie wurden im Verlauf des Kalenderjahres 2016 rund 90% aller bei der DAK versicherten Minderjährigen mindestens einmal bei einem Arzt oder in einem Krankenhaus vorstellig, um medizinisch untersucht oder behandelt zu werden.

In 57% der Fälle lösten Atemwegserkrankungen die Notwendigkeit für eine medizinische Behandlung aus. Jeder vierte Minderjährige erhielt 2016 eine Behandlungsdiagnose, die eine chronische Erkrankung belegte: 82% der als chronisch krank eingestuften Minderjährigen litten an Neurodermitis, bei 72% der chronisch Kranken wurde zudem Asthma diagnostiziert und bei 68% dieser Personengruppe wiesen die Merkmale einer allergischen Atemwegsreaktion auf. Die Studie belegt zudem, dass die Krankheitsanfälligkeit Minderjähriger konstant ansteigt. Ebenso wird die Anzahl Kinder und Jugendlicher, die chronisch krank sind langfristig weiter anschwellen.

Für die Behandlung dieser Personengruppe wendete die Krankenkasse im Jahr 2016 insgesamt 527 Millionen Euro auf. Allerdings entfielt die Hälfte von diesem Gesamtvolumen auf lediglich 3% der Kinder. Demnach existierte 2016 in der Gruppe der minderjährigen Versicherten eine verhältnismäßig höhere Konzentration der sogenannten „Hochkostenfälle“ als bei den Erwachsenen. Der Präsident des „Verbandes der Kinder- und Jugendärzte“ Thomas Fischbach appelliert wegen der alarmierenden Ergebnisse des Reports, dass „Gesundheit zwingend ein Schulfach werden müsse“.

Erkrankungen, die dem „atopischen Formkreis“ angehören, bergen das Risiko für einen „Etagenwechsel“

Asthma, Allergien und Neurodermitis zählen zu dem „atopischen Formkreis“. Diese Krankheiten können optional alleine oder parallel hervortreten. Unbehandelt bergen sie das Risiko für einen „Etagenwechsel“. Demnach kann ein unbehandelter Heuschnupfen von der Nasenschleimhaut in die Bronchien übergehen und die Entstehung einer „Asthma bronchiale“ forcieren.

Ebenso kann eine unzureichend behandelte Neurodermitis langfristig in die Bronchien wandern oder allergische Erkrankungen oder allergiebezogene Atemwegsreaktionen wie Heuschnupfen auslösen. Starke allergische Reaktionen sind grundsätzlich an Atemwegsprobleme gekoppelt und können direkt und unvorhergesehen einen asthmatischen Anfall hervorrufen.

Aufgrund dieser Verflechtung der einzelnen Krankheitsbilder sollte jeder Betroffene mit den Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion oder eines asthmatischen Anfalls vertraut und sich bewusst sein, dass diesbezügliche unvorhergesehene gesundheitliche Komplikationen umgehend in lebensbedrohliche Situationen umschlagen können.